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Welches Outfit darf der Arbeitgeber verbieten?

Darum ging es grundsätzlich in einem Gerichtsfall, der am Mittwoch den 12.Januar 2011 am Landesarbeitsgericht in Köln verhandelt wurde. Im Einzelnen wurden mehrere Detailfragen geklärt: so darf zum Beispiel ein Arbeitgeber es seinen weiblichen Angestellten nicht verbieten bunt lackierte Fingernägel zu tragen und Männer dürfen Toupets tragen. Kläger war der Betriebsrat eines Kölner Sicherheitsunternehmens.

Nach Ansicht der Richter ist das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer höher einzuschätzen als die Vorschriften bezüglich des Erscheinungsbildes seitens des Arbeitgebers. Für ein einheitliches Erscheinungsbild reicht nach Ansicht des Gerichtes entsprechende Dienstkleidung völlig aus.

Ein Detail aus dem Fall hat jedoch in den Medien hohe Wellen geschlagen: Die Richter haben es dem Arbeitgeber erlaubt anzuordnen, dass die Arbeitnehmer unter der Dienstkleidung entsprechende Unterwäsche tragen müssen. Einmal dass sie überhaupt Unterwäsche tragen müssen (um die Abnutzung zu minimieren) und außerdem dass der Arbeitgeber anweisen darf, dass die Unterwäsche zur Dienstkleidung farblich passen muss und nicht herausstechen darf, also z.B. nicht schwarz sein darf, hat die Gemüter der Boulevard-Presse erregt. “Arbeitgeber darf das Tragen von schwarzen BHs verbieten” hieß es beispielsweise in der zweiten Meldung der Nachrichtensendung eines privaten TV-Senders.

Naja, in Anbetracht der Umweltkatastrophen in Brasilien und Australien sicher eine gute Nachrichtenauswahl der Redakteure…

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