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Vollkasko gilt nicht für Betrunkene

Wer betrunken mit dem Auto fährt, hat sowieso ein Problem. Aber eine Frage, die bisher noch nie so richtig geklärt wurde: Wie ist das denn versicherungstechnisch, wenn man betrunken am Steuer einen Schaden verursacht, aber eine Vollkasko-Versicherung besitzt?

Normalerweise sagt ja schon der gesunde Menschenverstand, dass wer betrunken einen Schaden verursacht dafür selbst verantwortlich ist und wohl auch für die Folgekosten haften muss. Aber eine Vollkasko-Versicherung ist ja eben dafür da alles abzusichern. Das hat sich nämlich auch ein Mann gedacht, der mit 2,7 Promille sein Auto vor einen Laternenpfahl gesetzt hat und meinte, den Schaden in Höhe von knapp 600 Euro von seiner Versicherung ersetzt zu bekommen, denn er hatte eine Vollkasko-Versicherung.

Doch der BGH in Karlsruhe hat jetzt entschieden: So gteht es nicht. Versicherungen dürfen auf Grund der “Schwere des Verschuldens” den Versicherungsschutz einschränken bzw. verweigern. Im Klartext: Wenn jemand mit fast 3 Promille einen Schaden verursacht, dann ist das grobe Fahrlässigkeit und die Versicherung kann in einem solchen Fall die Zahlung verweigerm.

So weit, so gut. Alles logisch und nachvollziehbar. Aber wo ist die Grenze? Ab welcher Promillegrenze ist “grobe Fahrlässigkeit” vorhanden? Es ist nach diesem Urteil nur eine Frage der Zeit, bis irgendein Gericht die Grenze festlegen muss. Zahlt die Vollkasko für Personen, die mit 0,2 oder 0,4 oder 0,8 oder 1,2 Promille einen Schaden verursachen?

Wer auch immer in die Situation kommen wird, den Fall auszustreiten: Auf www.anwaltsuche.de kann man einen geeigneten Anwalt finden, der in dem entsprechenden Rechtsgebiet erfahren ist. Und man bekommt exakt einen Anwalt empfohlen, der dann auch ein absoluter Experte ist. Wenn es soweit ist und ein solcher Fall verhandelt wird, dann wird in diesem Blog ausführlich darüber berichtet.

 

AZ: IV ZR 225/10

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