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Uni Münster verstößt mit Masterplatz-Vergabe gegen geltendes Recht

In einem Eilverfahren hat das Verwaltungsgericht in Münster am 15.November 2010 entschieden, dass die Art und Weise mit der an der Uni Münster die Vergabe der Studienplätze für den Masterstudiengang abläuft sehr wahrscheinlich rechtswidrig ist. Eine abgelehnte Bewerberin hatte geklagt und nun Recht bekommen, die Uni Münster muss die Studentin für den Master-Studiengang zulassen. Von 1400 Bewerben hat die Uni Münster 980 als tauglich für den Studiengang eingestuft, jedoch nur 380 Bewerber angenommen. Die Auswahl erfolgte über die bisherigen Noten der Bewerber.

Seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge nach dem Bologna-Reformen wurden die gesamten Zulassungsverfahren und speziell die Vergabeordnung für die Masterstudiengänge von den einzelnen Universitäten neu organisiert. Viele Studenten bemängeln seit der Einführung die unzureichende Zahl an Plätzen in den Masterstudiengängen und die in ihren Augen ungerechte Vergabepraxis.

Entscheidend für den Richterspruch war die Tatsache, dass bei dem Auswahlverfahren auch z.B. Abiturnoten der Bewerber oder “sonstige” Qualitätsmerkmale ausschlaggebend sind. Nach den Bestimmungen und dem Staatsvertrag vom 05.06.2008 sollte jedoch die Qualität des Abschlusses des normalerweise für den Master-Studiengang benötigten Bachelor-Studiengang Auswahlkriterium für die Vergabe sein und nicht etwa jahrealte Abiturnoten. Die aktuelle Praxis ist mit den ursprünglichen Forderungen unvereinbar. Pech haben jedoch die Studenten, die gegen ihre Ablehnung keinen Einspruch erhoben haben, sie können sich nicht auf dieses Urteil berufen.

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