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Mutter muss ins Gefängnis, weil der Sohn die Schule schwänzt

Dass in Deutschland Schulpflicht herrscht dürfte allgemein bekannt sein und ist auch, mit wenigen Ausnahmen, Konsenz über alle Bevölkerungsschichten hinweg. Wenn nun Kinder öfters die Schule schwänzen hat dies Konsequenzen, die Eltern sind verantwortlich dafür zu sorgen, dass die Kinder auch tatsächlich in die Schule gehen. Man kennt ja Fälle, in denen mal Schüler oder Schülerinnen von der Polizei abgeholt werden, um die Schulpflicht durchzusetzen. Doch dass ein Elternteil, in diesem Fall die Mutter, ins Gefängnis muss weil sie Ihr Kind nicht in die Schule schickt und sie das Problem offensichtlich ignoriert, ist doch kurios.

So geschehen jetzt in einem Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt am Main. Die von ihrem Mann getrennte Frau muss für 6 Monate ins Gefängnis, weil sie ihren Sohn trotz vorheriger Verurteilungen nach wie vor nicht zur Schule schickt. Ihr Sohn war innerhalb von vier Monaten insgesamt an 37 Tagen nicht und unentschuldigt zur Schule gegangen. Lehrer bemängelten bereits vorher (ähnliche Vorfälle gab es wohl auch in der Vergangenheit) den zurückgebliebenen Bildungsstand des Jungen, was unter diesen Voraussetzungen natürlich keine Überraschung ist. Insofern versuchen die Gerichte hier auch dem Jungen zu helfen, indem die Mutter gezwungen werden soll ihr Kind in die Schule zu schicken.

Doch werder Geldstrafe noch Freiheitsstrafe auf Bewährung konnten die Mutter dazu bringen, ihren Sohn regelmäßig zur Schule zu schicken. Da sie sich so konsequent gegen geltendes Recht und Gerichtsurteile hinweggesetzt hat muss sie nun die Konsequenzen tragen: 6 Monate Haft. Bleibt zu hoffen, dass der Junge in dieser Zeit regelmäßig die Schule besuchen kann und etwas aufholen kann in Bezug auf seinen Bildungsstand.

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