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Facebook-Fahndung durch die Polizei

Viele Leute, die sich über Probleme beim Datenschutz beschweren, stellen freiwillig jede Menge privater Daten in sozialen Netzwerken zur Verfügung, meistens bei Facebook. Dabei gibt es immer wieder kuriose Fälle, wo Personen beispielsweise mit Fotos oder Handlungen prahlen, die strafrechtlich oder zivilrechtlich verfolgt werden können. Wer natürlich so blöd ist bei Facebook Fotos einzustellen, die einen bei einer Sachbeschädigung zeigen oder von privaten Aktivitäten berichtet während er krankgeschrieben ist, der ist natürlich selber Schuld wenn er hinterher Konsequenzen zu spüren bekommt.
Aber wieso sollte die Polizei diese Daten nicht für die Fahndung bei Straftaten nutzen? Facebook-Fahndung, da schreien vermutlich auch wieder viele nach fehlendem Datenschutz. Doch diese Thematik ist hier fehl am Platz, diese Debatte muss natürlich geführt werden, aber solange Straftäter selbst durch Unachtsamkeit im Internet Informationen bereitstellen, die beim Aufklären von Straftaten helfen, kann die Polizei diese natürlich ganz legitim nutzen, genau wie jeder normale Bürger auch.
Die Justizministerkonferenz will sich jetzt auf Initiative von NRW mit der Problematik beschäftigen. Wenn soziale Netzwerke wie Facebook immer mehr zum Alltag gehören dürfen sie auch bei der Arbeit der Polizei, speziell der Fahndung, nicht ausgeschlossen werden. Die Datenschutzdebatte gehört separat betrachtet. Die Grenzen der Polizeiarbeit sollten hier die gleichen sein wie bei der Öffentlichkeitsfahndung in den klassischen Medien, die jetzt schon gelten. Demnach muss ein Richter der Maßnahme zustimmen und die „Facebook-Fahndung“ soll nur durchgeführt werden bei Straftaten, die mehrere Jahre Haft erwarten lassen. Niemand muss also Angst haben wegen Ordnungswidrigkeiten von der Polizei in sozialen Netzwerken verfolgt zu werden. Vorrangig soll es um Straftaten wie Vergewaltigung oder Mord gehen, die Datenschutzbehörden sollen eingebunden werden bei der Fahndung. Heißt die Daten werden auf internen Servern der Strafverfolgungsbehörden gespeichert und nicht weitergegeben, schon gar nicht findet ein Austausch mit den sozialen Netzwerken statt.
Solange die Polizei nur öffentlich zugängliche Informationen abgreift tut sie ja im Prinzip nichts anderes wie in der „normalen“ Offline-Fahndung auch.
Facebook-Fahndung wird ziemlich sicher schon bald zum Alltag bei der Polizeiarbeit gehören, denn Facebook gehört nun mal zum Alltag der Menschen heutzutage, auch der Kriminellen.

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