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Bundeskartellamt gegen Deutsche Bahn

Sonntag, April 20th, 2014

Das deutsche Bundeskartellamt geht derzeit gegen die Deutsche Bahn vor. Der Grund: Die deutsche Bahn behindert den Wettbewerb beim Ticketverkauf, weil sie es Wettbewerbern nicht erlaubt in ihren Bahnhöfen Tickets zu verkaufen. Besser gesagt: Sie erlaubt den Ticketverkauf nicht auf Augenhöhe. Denn oftmals muss der Fahrgast lange suchen um eine Möglichkeit zu finden Tickets von Konkurrenten der Deutschen Bahn im Bahnhof zu kaufen. Die Bahn argumentiert natürlich, dass die Bahnhöhe ihr gehören und sie da natürlich gewissermaßen Hausrecht hat und die Regeln bestimmen darf. Doch Wettbewerbshüter sprechen von einem Mißbrauch der marktbeherrschenden Stellung in dieser Frage.

Denn was sollen die Wettbewerber alternativ zum Fahrkartenverkauf in den Bahnhöfen machen? Sie können ja schlecht einen zweiten Bahnhof bauen. Insofern gehört der Bahnhof zwar der Bahn, dass aber der Ticketverkauf jedem Unternehmen ermöglicht werden muss, dass von diesem Bahnhof aus seine Dienste anbietet, liegt eigentlich auf der Hand.

Aktuell beschäftigt sich der “Rechtsticker Nahverkehr” mit der Thematik, dort hat sich Dr. Ute Jasper zu dem Thema geäußert – Dr. Ute Jasper und ihr Team sind im Vergaberecht tätig.

Die Deutsche Bahn kassiert natürlich Provisionen für den Vertrieb von Konkurrenzanbietern über ihre Vertriebskanäle, die Wettbewerber halten diese für überhöht und bemängeln mangelnde Möglichkeiten den eigenen Vertrieb an Bahnhöhen zu verbssern. Das Kartellamt soll nun die Provisionen prüfen. Es gibt auch Forderungen, den Fahrkartenvertrieb von der Verantwortung der Deutschen Bahn zu lösen um hier mehr Wettbewerbsgleicheit zu schaffen. Das wird die Deutsche Bahn aber sicherlich nicht kampflos zulassen.

Es bleibt also sehr spannend in dieser Frage, vermutlich wird dieses Verfahren und die gesamte Problematik des Fahrkartenverkaufes bei zunehmend mehr privater Konkurrenz für die Deutsche Bahn die Verantwortlichen und Rechtsexperten noch länger beschäftigen. Wie eine endgültige Lösung auch im Interesse der Kunden aussehen kann, ist derzeit noch nicht abzusehen.