Archive for Februar, 2014

Arbeitsrecht an Karneval

Montag, Februar 24th, 2014

Karneval steht vor der Tür und nicht jeder opfert dafür seine Urlaubstage. Aber wenn man zum Beispiel im Rheinland wohnt kann man die tollen Tage kaum ignorieren. Aber wie verhält es sich im Büro? Haben Arbeitnehmer ein „Recht auf Karneval“? Grundsätzlich gilt arbeitsrechtlich: Im Karneval gibt es keine gesetzlichen Feiertage, Altweiber noch Rosenmontag oder Faschingsdienstag sind gesetzlich ganz normale Arbeitstage. Sofern es also keine betriebliche Sonderregelung gibt hat kein Arbeitnehmer, sei er auch ein großer Karnevalist, ein Recht zu dieser Zeit Urlaub zu nehmen. Es gelten die ganz normalen Regelungen aus dem Arbeitsrecht. Eine Ausnahme könnte lediglich gelten, wenn ein Betrieb in den letzten Jahren regelmäßig zum Beispiel den Mitarbeitern an Rosenmontag die Möglichkeit gegeben hat frei zu machen. Dann könnte man mit Gewohnheitsrecht argumentieren. Hierbei gilt aber, wie so oft, der Einzelfall. Gerade bei Karnevalsregelungen ist immer viel Interpretationsspielraum möglich. Viel hängt in der Praxis auch davon ab wie der Chef zum Thema Karneval steht: Ist er aktiv dabei dürfen auch die Mitarbeiter auf Verständnis hoffen, kann er dem närrischen Treiben nicht viel abgewinnen ist die Chance größer, dass auch den Arbeitnehmern das außerplanmäßige Feiern untersagt wird.

Und wie sieht es dann während der Arbeitszeit im Büro aus? Darf man um 11.11 Uhr mit einem Sekt anstoßen? Dürfen Frauen denn männlichen Kollegen an Altweiber den Schlips oder die Schuhbänder abschneiden bzw. kürzen? Auch hier sollte man auf die allgemeinen Betriebsregeln achten: In manchen Betrieben gilt, auch in Abhängigkeit von der Betriebsart, grundsätzlich absolutes Alkoholverbot. Da kann der Arbeitnehmer dann auch Karneval nicht unbedingt mit einer Ausnahme rechnen. In Firmen, wo es dagegen üblich ist, dass auch bei Geburtstagen mal eine Flasche Sekt geöffnet wird, darf man auch Karneval mit einem problemlosen Umgang rechnen. Natürlich immer vorausgesetzt, die Mitarbeiter gehen verantwortlich mit dem Alkohol um und können ihre Arbeitszeit anschließend weiterhin sinnvoll nutzen.

Unnötigen Ärger kann das Abschneiden von Krawatten verursachen: Während bei Schnürsenkeln der Materialschaden in der Regel gering sein dürfte, kann eine zerstörte Krawatte schon mal ins Geld gehen. Und man kann nicht per se davon ausgehen, dass alle männlichen Kollegen am Morgen bei der Ankleide das Brauchtum bedacht haben. Hier kann es schnell zu Streitigkeiten kommen, wo dann versucht wird mit Brauchtum und Gewohnheit eine aus Sicht der Gegenseite Sachbeschädigung zu rechtfertigen. Auch die Missachtung von Hierarchien kann bei empfindlichen Gemütern zu Problemen führen, wenn beispielsweise die Putzfrau dem Vorstandsvorsitzenden den Schlips zertrennt…

Wie eigentlich immer hilft auch bei diesen arbeitsrechtlichen Fällen der gesunde Menschenverstand. Ansonsten hier nochmal die wichtigsten Infos zum Thema Arbeitsrecht.